HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN (FAQ)

SOLLTE MAN EINE DRAUSSEN GENOMMENE PROBE ALS REFERENZPROBE VERWANDEN ?

Es ist bekannt, dass die Propagationsformen von draußen vorkommenden Pilzen stark variieren und sich von einer Minute zur nächsten verändern können. Darüber hinaus gibt es starke saisonale Schwankungen (in gemäßigtem Klima), die zu einer allgemeinen Variabilität beitragen. In der Verwendung von Sporenfallen hat sich gezeigt, dass sich in derselben Umgebung parallel genommene Proben stark unterscheiden können. Eine bei einer kürzlich gehaltenen Konferenz der AIHce (American Industrial Hygiene Conference & Exposition) vorgestellte Studie hat gezeigt, dass selbst unter besten Wetterbedingungen mindestens drei Proben draußen genommen werden müssen, um eine statistisch auswertbare Bestimmung des Niveaus von draußen vorkommenden Schimmelsporen zu erhalten. Unter schlechtesten Wetterbedingungen wären hierzu hunderte Proben nötig. Dies bedeutet aus praktischen Gründen, dass es nicht realistisch ist, eine statistisch gesicherte Bestimmung des „Außenniveaus“  vorzunehmen, die als Referenz für das Raumklima dienen könnte. Zudem ist nicht das, was sich draußen sofort nachweisen lässt, auch unmittelbar drinnen nachweisbar. Diese Unterschiede in der Auswirkung des Befalls drinnen im Vergleich zu draußen werden beeinflusst etwa durch das Vorhandensein von mechanischen Lüftungssystemen, der Dichtigkeit der Gebäudehülle, der Luftwechselrate innerhalb des Gebäudes, der Effizienz von Luftfiltern oder auch offenen Türen und Fenstern. Eine aussagekräftigere Referenzprobe wäre daher eine, die in demselben Gebäude an einer Stelle entnommen würde, die nicht befallen ist.

WARUM WERDEN AGGRESSIVE PROBENNAHMEN EMPFOHLEN ?

Aggressive Probennahmen werden empfohlen, um brauchbare Daten zu erhalten, die reproduzierbar sind und verlässliche Ergebnisse liefern, was das potentielle Risiko einer Belastung in einem Raum angeht. Eine durchschnittliche kugelförmige Spore mit einem Durchmesser von 3 µm bewegt sich mit ungefähr einem Meter pro Stunde bei ruhender Luft. Wenn es vor der Probennahme für mehrere Stunden keine Aktivität in einem Raum gegeben hat, werden sich fast alle Pilzpartikel auf Oberflächen niedergelassen haben, während nur wenige Partikel in der Luft verblieben sind. Eine passive Probennahme kann in solch einer Situation dazu führen, das tatsächliche Vorhandensein von Pilzpartikeln in einem Raum zu unterschätzen, die bei normalerweise auftretender Aktivität freigesetzt und an die Raumluft abgegeben würden. Daher ist es durchaus üblich, falsche negative Ergebnisse zu erhalten, wenn man in Räumen mit sichtbarem Schimmelbefall passive Probennahmen anwendet. In einem Pilotexperiment wurden passive Luftproben in acht Räumen früh morgens genommen, bevor die Räume genutzt wurden, und dann erneut spät nachmittags, nachdem die Räume genutzt worden waren. Die Ergebnisse zeigten, dass die Konzentration der in der Luft vorkommenden Pilzpartikel in den morgens genommenen Proben im Durchschnitt nur bei 9% von den am Nachmittag genommenen Proben lag, in einigen Fällen sogar nur bei 1%. Dasselbe Experiment wurde auch mit aggressiver Probennahme durchgeführt. Die Auswertung der aggressiven Probennahme ergab, dass die Konzentration der in der Luft vorkommenden Pilzpartikel früh morgens (ohne dass die Räume vorher genutzt worden waren) sich im Durchschnitt kaum von jener Konzentration unterschied, die nachmittags zu messen war, nachdem die Räume stark genutzt worden waren. Dieses Experiment zeigt deutlich, dass aggressive Probennahmen die Variabilität der Raumaktivität beseitigen und deshalb verlässlichere, besser vorhersagbare Ergebnisse für das Vorhandensein von Pilzbefall liefern.

WIE AGGRESSIV SOLLTE EINE AGGRESSIVE PROBENNAHME SEIN ?

Die Intention ist nicht, das schlechtes mögliche Szenario in einem Raum herzustellen, sondern ein hohes Aktivitätslevel zu imitieren, das ab und zu vorherrschen würde, wie etwa wenn ein Staubsauger benutzt wird oder ein Ventilator in Betrieb ist oder wenn Kinder umherlaufen. Der Makita Bläser wird als Standardgerät eingesetzt und stellt einen maximalen Luftstrom von 43 l pro Sekunde her, der in etwa dem eines herkömmlichen Staubsaugers entspricht. Das Protokoll schreibt vor, dass eine Oberfläche aus ca. 2m Entfernung angeblasen wird (Luftgeschwindigkeit 3,3m/s). Dabei wird vermieden, in Heizkörper, hinter Schränke oder andere Umgebungen zu blasen, die außerhalb der normalen Putzbereiche liegen. Die Partikel, die an die Raumluft abgegeben werden sollen, sind solche, die natürlicherweise an sie abgegeben werden, indem wie oben beschrieben Aktivität im Raum herrscht.

WIE EFFIZIENT SIND DIE FILTERPROBENNAHMEN DER MYCOMETER-AIR METHODE IM VERGLEICG ZU SPORENFALLEN ?

Viele unabhängige Untersuchungen haben gezeigt, dass Membranfiltration (wie sie in der Mycometer-Air-Methode angewandt wird) eine sehr hohe ProbennahmeEffizienz aufweist (ca. 99%). Sporenfallen zielt vor allem auf große bis mittelgroße Sporen ab, während weniger als 50% der Sporen, die kleiner als 2.5 µm sind, von Sporenfallen erfasst werden.

Mehr lesen zu diesem Thema:

"What does non-viable mean", Indoor Environment Connections, p. 15.

www.ieconnections.com/pdfs/newsletter/2012/IEC-10-2012.pdf

"The Screening Sample Scam", p. 3.

www.forensic-applications.com/moulds/screening.html

 

 

SIND LUFTPROBENNAHMEN EIN PROBATES MITTEL ZUR BEWERTUNG VON UMGEBUNGEN MIT SCHIMMELPROBLEMEN ?

Ja, wenn aggressives Probennehmen angewandt wird, ist dieses die beste, wenn nicht die einzig verlässliche Methode.

WIE SCHNEIDET MYCOMETER-AIR IM VERGLEICH ZU KULTIVERUNGSMETHODEN AB ?

Kultivierungsmethoden sind die einzigen Methoden, die für die Bewertung von lebenden Schimmelformen angewandt werden können. Die Einschränkung besteht darin, dass sie keine abgestorbenen Schimmelformen erfassen, und dass sie nur einen kleinen Teil der lebenden messen, je nach dem gewählten Wachstumsmedium. In der Abhandlung "Field Guide for the Determination of Biological Contaminants in Environmental Samples" (American Industrial Hygiene Association, 2005) wird festgehalten, dass die Anzahl der Propagationsformen bei Kultivierungmethoden wesentlich geringer ist (1%) als die Anzahl, die durch direkte Methoden (Mikroskopie) bestimmt wird. Die mit der Mycometer-Methode gemessene Enzymaktivität umfasst lebende sowie nichlebende Pilzpropagationsformen. Enzymäktivität kann in Hyphen und Sporen in üngefähr demselben Umfang pro Biomasseeinheit nachgewiesen werden und wurde sogar in Mikrofragmenten (Zellwänden und anderen Rückständen von Pilzen mit weniger als 1µm Durchmesser) nachweisen. Zusammengefasst: Die Mycometer-Air-Methode ermöglicht eine bessere quantitative Bestimmung des Niveaus von Schimmelpartikeln in der Luft, während Kultivierung für die Bestimmung verschiedener Arten und Gattungen von Schimmel am besten geeignet ist.

KANN VERSTECHTES SCHIMMELWACHSTUM MIT MYCOMETER-AIR NACHGEWIESEN WERDEN ?

Um eine versteckte Schimmelquelle nachweisen zu können (etwa in Hohlräumen einer Wand oder unter einem Boden), müssen Pilzpartikel der Quelle physisch in den Raum der Probennahme übertragen werden. Darüber hinaus muss das Niveau der Schimmelpartikel, die in den Raum der Probennahme übertragen werden,  im Verhältnis zu dem normalen Hintergrundniveau von Schimmelpartikeln signifikant höher sein, damit sie in einer Luftprobe nachgewiesen werden können. Dieses ist zwar manchmal der Fall, oft jedoch auch nicht.

Anwendungsbereiche von Mycometer-Air

  • Diagnostische Anfangsbeurteilung
  • Schnelltest auf Befallssanierung
  • HLK- Reinigungsmaßnahmen-Dokumentation (vorher/nachher)
  • Bewertung von Gebäudequalität
  • Schnelle Schadensbeurteilung und Gefahrenabwehr
  • Gesundheitsdokumentation (ICRA = Infection Control Risk Assessment)
  • Erfolgsbestätigung bei regelmäßiger Reinigung