ENZYMAKTIVITÄT

Das Mycometer-Verfahren beruht auf der Erkenntnis, dass es möglich ist, Enzymaktivitäten nachzuweisen, um gewisse taxonomische Gruppen von Organismen zu charakterisieren. Im Jahr 1999 führte das Unternehmen den Mycometer®-Test ein, mit dem die Pilzbiomasse auf Oberflächen gemessen werden kann. Dieser Test basiert darauf, dass das Niveau einer Enzymaktivität (β-N-acetylhexosaminidase, NAHA) mit dem Niveau von Ergosterol korreliert, einem bekannten Indikator für das Vorhandensein von Pilzen. Spätere Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Reihe von zufällig gewählten Pilzen ein sehr hohes Niveau dieser Enzymaktivität enthält, die alle Pilze aufzuweisen scheinen. Bactiquant®-Water, mit dem Bakterien in Flüssigkeiten quantifiziert werden können, führte das Unternehmen im Jahr 2007 ein. Dieses Produkt basiert auf dem Nachweis von bakterieller Hydrolaseaktivität, die mit der Bakterienbiomasse in einer Vielzahl von Wasserproben korreliert. Heute besitzt Mycometer mehrere Patente und Markenrechte. Die Technologie des Unternehmens wurde von der amerikanischen Umweltbehörde (US-EPA) anerkannt.

DAS PRINCIP

Enzyme werden in Mikroorganismen nachgegewiesen. Wenn eine Probe mit einer Lösung in Kontakt kommt, die ein künstliches Enzymsubstrat enthält, wird das Substrat durch das Enzym hydrolysiert und ein Fluorophor freigesetzt.

MESSUNG

Die Menge an Fluorophoren, die durch mikrobielle Enzyme freigesetzt werden, kann anhand eines kleinen Feld-Fluorometers gemessen werden.

BELASTBARKHEIT

Was dieses Verfahren besonders belastbar und reproduzierbar macht, ist die Tatsache, dass der Fluorophor direkt in der Reaktionsflüssigkeit freigesetzt wird. Das bedeutet, dass der Fluorophor nicht aus den Zellen extrahiert werden muss. Dieses wiederum ist ein großer Vorteil gegenüber vielen anderen Verfahren, da Extraktionsverfahren schwer zu reproduzieren sind und somit stark zur Veränderlichkeit von Ergebnissen beitragen.